2025 Eurobike Rückblick: Große westliche Marken abwesend, Präsenz asiatischer Aussteller steigt

Die Eurobike 2025 endete mit spürbaren Veränderungen bei Besucherzahlen und Teilnahme. Die Messe zog 31,270 Fachbesucher an, nach 35,080 im Vorjahr. Auch die Publikumszahlen an den auf Endverbraucher ausgerichteten Tagen gingen zurück: 30,420 Besucher gegenüber 33,090 im Jahr 2024. Trotzdem waren 1,500 internationale Aussteller in sechs Messehallen und einem großen Außenbereich vertreten.

01. Große westliche Marken bleiben fern

Eine der bedeutendsten Veränderungen auf der Eurobike 2025 war die Abwesenheit mehrerer langjähriger westlicher Marken. Diese Unternehmen, die sonst regelmäßig auf der Messe vertreten sind, entschieden sich stattdessen dafür, ihre Marketingbudgets auf markeneigene Veranstaltungen und digitale Plattformen umzuverteilen. Dieser Wandel spiegelt veränderte Prioritäten der Branche wider und hat Bedenken hinsichtlich der langfristigen Vitalität großer Fachmessen ausgelöst. Der Weggang wichtiger Aussteller könnte ein schwerer Schlag sein – ähnlich wie der Zusammenbruch der Interbike im Jahr 2018.

Um diesen Sorgen zu begegnen, hat der Eurobike-Veranstalter Fairnamic bereits mit Umstrukturierungen begonnen. Eine wichtige Maßnahme ist die Ausgliederung des Segments für Ecomobilität in eine eigenständige Messe. Das neue Format, Mobifuture, wird 2026 parallel zur Eurobike debütieren und es dieser ermöglichen, sich wieder auf ihre Kernidentität als Fahrradmesse zu konzentrieren. Bernhard Lange, Geschäftsführer der Paul Lange GmbH & Co. KG (Shimanos deutscher Distributor), bemerkte, dass viele große Marken zwar die Messehallen gemieden, sich aber dennoch als Besucher mit der Veranstaltung auseinandergesetzt hätten.

02. Teststrecken, Events & Messe-Highlights

Rad- und Mobilitätsbegeisterte aus aller Welt erhielten einen umfassenden Überblick über die neuesten Innovationen und Trends der Branche. Mit mehr als 130,000 Quadratmetern Ausstellungsfläche innen und außen deckte die Messe nahezu alle Bereiche des Radfahrens ab.

Die Besucher konnten nicht nur neue Produkte aus nächster Nähe sehen, sondern sie auch testen. Insgesamt boten 189 Aussteller rund 1,200 Fahrräder für praxisnahe Testfahrten auf Outdoor-Strecken an. Erstmals wurde der Freitagnachmittag in den öffentlichen Zeitplan des Bike Festivals aufgenommen, sodass Fans schon vor dem Wochenende Zugang hatten. Ein weiteres neues Highlight in diesem Jahr war die Möglichkeit für Aussteller, während des Wochenendes direkt auf der Messe zu verkaufen. Viele Markenstände und speziell ausgewiesene Einzelhandelsflächen boten exklusive Angebote für Bekleidung, Zubehör, Teile und Komplettfahrräder.

03. Markteinblick

Über Networking und Produktentdeckungen hinaus standen für viele Fachbesucher harte Marktdaten im Fokus – vor allem angesichts der Bedeutung des europäischen Marktes für viele internationale Marken. Als größter Einzelmarkt Europas spielt Deutschland eine Schlüsselrolle. Zur Messeeröffnung veröffentlichte der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) Zahlen für das 1. Quartal 2025, die ein moderates Wachstum zeigten.

Laut ZIV wurden in Deutschland im 1. Quartal 2025 385,000 Fahrräder verkauft – ein Anstieg von 10% im Vorjahresvergleich. Die E-Bike-Verkäufe übertrafen die herkömmlichen Fahrräder und wuchsen um 11% auf 500,000 Einheiten. Der Gesamtabsatz von Fahrrädern und E-Bikes stieg um fast 11% auf 885,000 Einheiten. Auch die heimische Fahrradproduktion legte noch kräftiger zu und stieg um 13.5% auf 760,000 Einheiten, wobei die E-Bike-Produktion um fast 16% zulegte.

Der gesamte Markt für Fahrräder und Komponenten erholt sich langsam, aber stetig. Interessanterweise dürfte die Abwesenheit dominanter globaler Marken kleineren Ausstellern zugutegekommen sein, von denen viele von einer erfolgreichen Messe berichteten. Die Präsenz asiatischer Unternehmen – insbesondere von Herstellern aus China – nahm spürbar zu. Dieser Anstieg spiegelt die globalen Handelsverschiebungen wider; angesichts der Strafzölle in den USA orientieren sich viele chinesische Marken nun verstärkt auf den europäischen Markt.

04. Ein neues Format: Mobifuture

Kurz vor Messebeginn wurde eine wichtige Ankündigung gemacht: Ab 2026 wird der Ecomobilitätsbereich der Eurobike in eine separate, eigenständige Fachmesse ausgegliedert. Mobifuture wird zeitgleich mit der Eurobike auf dem Messegelände Frankfurt stattfinden und Synergien zwischen den beiden Veranstaltungen fördern.

Diese Änderung ermöglicht es der Eurobike, sich wieder stärker auf ihren Fahrradschwerpunkt zu konzentrieren, während Mobifuture zur führenden Plattform für urbane und vernetzte Mobilitätslösungen werden soll. Die Einführung von Mobifuture spiegelt die wachsende Bedeutung von E-Mobilität und intelligenter Mobilität im modernen Mobilitätsumfeld wider. Gemeinsam werden diese beiden Messen voraussichtlich eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Zukunft des Verkehrs spielen.

Die 34. Ausgabe der Eurobike und die Premiere der Mobifuture finden vom 24. bis 28. Juni 2026, auf der Messe Frankfurt statt.

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